Bericht über Alexa vom 19.05.2020 Teil zwei

Video-Projekt mildert Last des Alleinseins (zweiter Teil).

Über das „Kästchen“ ist auch Leona Kaufmann glücklich, denn dank dieser Technik, kann auch sie täglich Kontakt zu ihren Senioren halten. „Wer hätte gedacht, dass dieses Projekt mal so notwendig wird?!“, erzählt Leona Kaufmann von ihren Gedanken, die ihr seit einigen Wochen durch den Kopf gehen.
Bei dem „Kästchen“, wie die Senioren das Gerät so schön nennen, handelt es sich um ein Tablet mit dem Sprachsteuerungs-Assistenten Alexa. Zehn Senioren in Ixheim nehmen dabei seit circa einem Jahr an dem Projekt „Ixem deheem“ teil, das das DRK gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Fraunhofer IESE in Kaiserslautern und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz in Mainz auf den Weg gebracht hat (wir berichteten).

Im Rahmen dieses bisher einmaligen Projektes erhalten sie kostenlos das kleine Gerät und natürlich die Betreuung durch das Team des DRK und das Fraunhofer-Instituts. Das zweijährige Projekt läuft noch bis Ende diesen Jahre und wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.
Schon vor einem Jahr, als die ersten Senioren ihre Geräte eingerichtet und erklärt bekamen, zeigte sich, welch eine Bereicherung das „Kästchen“ für sie ist. Durch die Sprachsteuerung geht die Bedienung spielend leicht, jede Menge kleine Funktionen nutzen die Senioren gerne und täglich, wie die Wiedergabe von Musik, die Ankündigung des Wetters, das Vorlesen von Geschichten, Erinnerungsfunktionen für Termine und Medikamente und natürlich die Videotelefonie mit den anderen Teilnehmern. „Manche sind richtig dicke Freunde geworden“, freut sich Leona Kaufmann.
Und dennoch, was damals einfach ein interessantes Projekt war, zeigt sich gerade als Rettungsanker gegen die Einsamkeit. Täglich telefonieren die Senioren untereinander, zusätzlich rufen entweder sie Leona Kaufmann an oder umgekehrt. „Manchmal habe ich Schwierigkeiten, jemanden zu erreichen, weil stundenlang besetzt ist“, erzählt Leona Kaufmann lachend. Das ist aber ein gutes Zeichen, denn tatsächlich macht sie sich viele Sorgen darüber, wie schnell ein Einzelner abbaut, wenn er keinen Sozialkontakt mehr hat.
Und auch die Teilnehmer selbst machen sich Sorgen. Darüber, ob und wann alles wieder wird, wie zuvor. „Weißt du schon, wann es (der Quartierstreff) wieder aufgeht?“, ist sogleich eine der ersten Fragen, die Karl Jochum bei diesem Telefonat stellt.
Wenig später ist Gerlinde Mauß in der Leitung. Von ihrer Couch im Wohnzimmer aus erzählt die 79-Jährige, was sie für den Tag noch geplant hat. Musik hören steht unter anderem auf dem Programm und dazwischen auch mal mit den anderen sprechen: „Das Kästchen gefällt mir und ist irgendwie beruhigend für mich.“

Vollständiger Bericht: Pfälzischer Merkur am 19.05.2020.

Vielen Dank an den Pfälzischen Merkur !

Bleiben Sie gesund !